Mittwoch, 27. Mai 2009
Wüst
"Was macht das Volk? Es volkt nicht. [ Karte bei der Feier zum 60jährigen Bestehen des Grundgesetzes, Berlin]
"Sie stand da. Und wie sie stand, ließ den Stock in ihrem wunderbarem Hintern bis ins Unermessliche wachsen."
"Das Leben ist zu wenig Musik."
"Wenn wir alle den Mut besäßen, uns ab und an einzugestehen, dass wir dann und wann ein bisschen einsam sind, wäre das Im Großen und Ganzen gar nicht mehr so eine Schande."
Wie im Film

Der graue beton auf dem sie lag
War an vielen stellen bereits
Blutdurchtränkt
Die fingerspitzen aufgerissen
Auf dem nagel
Der letzte tropfen blut
Die lippen hatten bereits eine kokette
Leichtbläuliche färbung angenommen
So als wollten sie sagen
Mir egal.
Mir vollkommen
Und egal.
Ein kalter Schauer jagt
mir durch die Haut
aus dem Gedächtnis nie gelöscht.
Warum in jener Nacht
was hast du nur gedacht
was hat die Zweifel weggewischt?
Der schritt war leicht.
Es war nur ein schritt.
Es war dieses:
Ich kann nicht mehr.
Da dachte sie nicht an
Aufplatze schädel,
die ihr die würde nehmen würden.
Unverständnis bei den leuten hervorriefen.
Das große kopfschütteln trat näher.
Du warst für jeden Pfeil
schutzloses Ziel
für diese Welt zu viel Gefühl.
Was war der letzte Tritt
zum allerletzten Schritt
Sie war so brav jeden morgen
ihren dienst angetreten.
Hatte sich hochverschlossen,
so wie es gewünscht gewesen war.
Und hatte sich dabei im spiegel
Selbst nicht wieder erkannt.
Die fliegen setzen sich langsam nieder.
Das frische blut lockt.
Das ist wie im film.
Eklig.
Aber eklig muss sein.
Sonst wär’s ja nicht
Wie im Film.
Du hast dein Ende selbst gewählt
hast dich mit leben so gequält
doch war das fair? War das nicht feige?
Du gibst keinem mehr 'ne Chance.
Die geschäftige Stille hatte ihr den
Letzen Nerv geraubt.
Reden wollte sie.
Reden.
Und dabei aufrichtigen Blicken begegnen,
die ihr zuhörten
die ihren kleinen
und großen
ängsten
lauschen wollten.
Tod fühlt sich so warm an
Das dachte sie.
Während niemand kam um sie
Zu retten
So wie sie sich das immer ausgemalt hatte.
Das war doch der Sinn.
Dass jemand kommt um zu retten
In letzter sekunde
Reißt er
Die tür auf.
Und dann ist alles gut
Das leben ändert sich dann.
Die leute verstehen
Die abrundtiefe traurigkeit.
Und gehen mit dir.
Anstatt ständig gegen dich zu schlagen.
Erst wenn dein letzter Vorhang fällt
erst dann verliert die Welt
den Mut für dich, ich wünsch' dir trotzdem
alles Gute, da, wo du jetzt bist.
Ich wünsch' dir
noch ein Leben
noch ein Leben
noch ein Leben mit einer fairen Chance.
Das Gerinsel, das auf ihren Sehnerv
Drückt,
verhindert das klare wahr
nehmen der letzten Bilder
bevor sie
nun für immer die augen schließen kann.
Du hast dein Ende selbst gewählt
hast dich mit leben so gequält
doch war das fair? War das nicht feige?
Du gibst keinem mehr 'ne Chance.
Den Tod geprobt,
das Blut gespürt.
Das hat sie oft.
Doch nie gerührt.
Das war ihr nichts.
Am Ende noch gelobt.
Weil sie so freundlich lächelt.
Ja kotzen möchte sie,
des öftren auch erbrechen.
Die Tiefe Traurigkeit in dir
dafür fehlte das Gespür
hab ich ganz anders als dein Lächeln
im Trubel übersehn.
thx "noch ein leben" 4 the inspiration
Montag, 26. Januar 2009
Spontaneität bestraft das Leben oder: Wie ich kurz davor war, den Glauben an mich zu verlieren.
Eines habe ich am 21.01.2009 gelernt: Nicht wer zur spät kommt, bestraft das Leben. Nein, denjenigen der einmal spontan seinen Abend verplanen will, den trifft es besonders hart.
Letzten Mittwoch galt es sich zu entscheiden: Gehe ich zum „Neu – in – Berlin“ – Stammtisch und treffe viele neue, nette Leute oder wage ich mich alleine zum Konzert einer meiner liebsten Sänger. Schwere Entscheidung, dementsprechend lange dauerte die Haderungszeit. Ich beginne mich in jedem Falle um 16 Uhr für beide Fälle fertig zu machen. Frau braucht ja so ihre Zeit.
17: 00 Uhr
Ich grübele. Werde ich an der Abendkasse noch eine Karte bekommen? Wird sich das Geld lohnen? Sollte ich es lieber sein lassen? In der vollkommenen Naivität meiner Person klicke ich auf die Internetseite des Kartenhauses. Vielleicht kann man ja noch schnell online eine Karte kaufen. Irgendwie zu positiv gedacht, denn trotz spontaner Zückung meiner Kreditkarte weist mich das System darauf hin, dass es dafür schon zu spät sei. Ich solle doch bitte eine 01805…. Nummer zum Preis von 14 Cent die Minute anrufen.
17.20 Uhr
Bei diesem Kartenhaus nimmt niemand ab. Meine Finger trommeln ungeduldig auf den Schreibtisch. Ich höre mich selbst so etwas wie „ Ich will zu diesem Konzert“ brubbeln. ENDLICH – Die Erlösung: Ein netter Mann sagt mir, dass es noch 23 Karten gäbe. Ich schlucke – das ist eher weniger als ich gehofft habe. Er sucht mir netterweise noch eine Kartenvorverkaufsstelle in meiner unmittelbaren Umgebung heraus.
17.25 Uhr
Am Apparat der erwähnten Vorverkaufsstelle meldet sich eine unmotivierte, alte, unfreundliche, weibliche Stimme. Ich strahle sie durch das Telefon an, erzähle ihr wie gerne ich zu diesem Konzert möchte und dass ich gehört habe, es gäbe noch Karten. In gleicher Manier wie die Begrüßung ausfiel, höre ich nun „…wüsse sie nicht… könne sie nicht… habe sie schon so lange nicht mehr gemacht“. Außerdem würde sie um 18 Uhr schließen. Ich verzichte für den Moment darauf, sie durch das Telefon boshaft anzupöbeln und verabschiede mich mit „ Ich bin gleich bei Ihnen, schließen Sie bitte nicht vorher.“
17.30 Uhr
Ich renne aus dem Haus in Richtung U- Bahn Haltestelle. Gut, dass ich erst knappe zwei Wochen in Berlin wohnhaft bin und mich dermaßen gut auskenne… Mit hitzigen Wangen stiefele ich auf die Bahn zu, die mir just vor der Nase wegfährt. Mir entfährt ein unglaublich unweiblicher Fluch – der Herr neben mir schaut komisch. Nun heißt es sich acht Minuten voller innerer Unruhe gedulden. Das muss klappen, denke ich die ganze Zeit. Wenn das jetzt nicht klappt, drehe ich durch….
17.40 Uhr
Ich erreiche meine Endhaltestelle, die sich nur zwei Minuten Fahrzeit von meiner Ausgangsstation befand. Ich verzichte auch an dieser Stelle darauf vor Wut wahlweise Passanten anzuschreien. Heulen möchte ich trotzdem. Es ist dunkel, es gibt jede Menge Haupt- und Querstraßen und ich habe keine Ahnung wo ich hin muss. Entschlossen betrete ich eine Bäckerei und frage nach der Reinhardstraße. Kenne man nicht, hätte man nie gehört aber man wünsche mir viel Glück bei der Suche.
17. 45 Uhr
Die Zeit fließt dahin. Ich spreche einen Passanten an, der so aussieht, als könnte er helfen. „Reinhardstraße?“ Die sei doch am Hackeschen Markt. Mein Verzweiflungspegel steigt als mir plötzlich einfällt, dass ich ja die Rheinsberger Straße suche. Das muss ich in der Aufregung durcheinander gebracht haben. Der Mann gibt sein Bestes mir zu erklären, über welche große Kreuzung ich gehen müsse und welche Querstraßen beachtet oder nicht beachtet werden müssten. Ich höre nur noch „…lange Straße, nicht so einfach…“. Das hilft nicht. Entschieden breche ich ihn ab, wünsche noch einen schönen Abend und beschließe erstmal drauf loszurennen und den nächsten Passanten zu fragen. Schlimmer kann es ja kaum noch werden.
17.50 Uhr
Ich habe gefühlte 25 km zurückgelegt und zig rote Ampeln überquert. Zwischendurch wurden zwei ahnungslose Spaziergänger und ein Polizist von mir befragt. Ich gehe an jeder verwirrenden Abzweigung auf Nummer sicher. Die Zeit läuft mir immer noch davon. DA!!! Ich sehe das Schild auf dem der ersehnte Name Rheinsberger Straße steht. Doch die ist geteilt und vor lauter Schreck kann ich mich für keine Richtung entscheiden.
17.52 Uhr
Ich rufe die Frau in der Kartenvorverkaufsstelle an. Frage sie in aller Deutlichkeit nach der Hausnummer, die ich suchen müsste. Sie faselt etwas, was ich nicht verstehe. Ich wiederhole meine Frage nachdrücklicher. Sie faselt. Beim dritten Anlauf fragt sie patzig: „Wo sind Sie denn?“ Wo bitte soll ich denn sein? – In der Rheinsberger Straße natürlich. Ihre Antwort möchte ich an dieser Stelle im O- ton, in voller Länge und unkommentiert wiedergeben: „Aber die Vorverkaufsstelle ist doch in der Landsberger Allee. In der Rheinsberger Straße ist nur das Büro der Gesellschaft. Die Leute haben da um 17.00 Uhr Feierabend. Da kann ich Ihnen jetzt auch nicht helfen.“ Dass sie wahrscheinlich die letzte Person auf Erden ist, die mir bei irgendetwas helfen kann, habe ich weiß Gott schon bemerkt. Mit gepresster Stimme frage ich sie: „Was tun wir jetzt? Ich möchte zu diesem Konzert.“ Nachdem sie mir zum 100ten mal versichert, dass sie da jetzt auch nichts mehr tun könnte, lege ich auf. Wortlos.
17.55 Uhr
Es ist so weit: Ich schreie einen hilflosen, unschuldigen Autofahrer an, dessen Pech es ist, dass er etwas zu schnell um die Kurve biegt. Ich kenne eine Menge Kraftausdrücke. Er nun auch.
18.00 Uhr
Plan B gab es nicht. Plan C ist jetzt: trotzdem hinfahren. Also: wieder nach Hause, Sachen packen und los. Kurz vor 19 Uhr erreiche ich den Rosa Luxemburg Platz. Während ich mich da wieder hilflos umsehe, spricht mich ein Mann an. Ob ich zu eben jenem Konzert wolle? Perfekt. Das ist mein Mann, an den halte ich mich. In den nächsten fünf Minuten wird er allerdings nicht müde mir wieder und wieder zu versichern, dass das Konzert ausverkauft sei. Mein Vorrat an Kraftausdrücken ist für diesen Tag eindeutig erschöpft. Ich schweige demnach.
18:45 Uhr.
Die Schlange ist lang. Ich werde NIE IM LEBEN eine Karte bekommen. Diesmal gibt es einen Plan B, denn schließlich habe ich an der Universität Rostock studiert, da herrschen ähnliche Zustände. Das Motto nun heißt: stell dich einfach vorne an und ignoriere den Rest der Schlange, der dich töten möchte. Zwei Mädels, denen ich an dieser Stelle noch mal meinen ausdrücklichen Dank aussprechen möchte, gewähren mir Asyl an ihrer Seite.
19.15 Uhr
Der Einlass beginnt, mit Restkarten sieht es ganz schlecht aus. Außerdem gibt es dieses absurde System, dass man erst seine Garderobe abgeben müsse, bevor man den Saal betreten darf. Meine Güte, so langsam habe ich die Nase voll von Hindernissen. Ich drücke einem der Mädels Geld und Jacke in die Hand und bewege mich schnurstracks zur Abendkasse. Ohne ein weiteres Wort oder die Antwort abzuwarten reiche ich meinen Schein hinüber. Ich möchte nur noch diesen dämlichen Stempel. LOS. JETZT!
Dieses Mal geht alles gut – welch ein Wunder.
20.15 Uhr
Das Konzert beginnt und entschädigt wirklich für alle Mühen. Für die nächsten 2,5 Stunden gibt es nur noch meinen Sessel, den Sänger und das beruhigende Glas Wein in meiner Hand.
Mittwoch, 3. Dezember 2008
Absurdes Triptychon - (Zweiter Wurf)
„Was werden Sie am meisten vermissen?“
Sie kann es nicht sagen….. Sie ist nicht in der Lage, es mit einem Wort zu fassen. „Alles“, denkt sie. „Seine Nase.“ Dieses Detail fällt ihr als erstes ein. Es war eine von diesen leicht stupsigen Nasen, von denen man sich wünscht, dass die gemeinsamen Kinder die Veranlagung dafür erben. Zu weit gedacht. Hätte sie doch das Wäre wenn gestrichen. Und gezogen – fester in jeder Sekunde.
Die guten Gespräche, denkt sie, spricht es jedoch nicht aus. Es ist nicht das, was sie in erster Linie fühlt. Auf ihre typisch hilflose Art und Weise lässt sie verlauten: „Ich werde seine Umarmungen vermissen.“ Sie muss an ihre letzte gemeinsame Nacht denken, die zuweilen eine halbe Ewigkeit zurückzuliegen schien. Für sie war es eine ruhelose gewesen. Sie erinnert sich daran, dass er sie mehrmals fest zu sich heran gezogen hatte und sie jede dieser Umarmungen so sehr genoss. In jemanden hineinkriechen zu können, in ihn, das hatte sie sich an dieser Stelle gewünscht.
Fragen Sie mich, was ich nicht vermissen werde, denkt sie… LOS !!!!!– Fragen SIE! Denn nur so ist loslassen möglich….
“Warum ist die deutsche Flagge schwarz, rot, gold gefärbt? Warum bist du so sicher, dass es Auschwitz gab?“, sie hört ihn die Fragen in ihr Ohr schreien.
Sie weiß es nicht. Sie weiß es nicht. Sie beginnt für eine kurzen Moment zu zweifeln.
„Hör auf. Beruhige dich“, bittet sie ihn. Er verzieht höhnisch das Gesicht. „Nichts weißt du. Nichts.“
Später liegt sie lange darüber wach. Fragte sich nach Sinn und Unsinn dieser Unterhaltungen, dieses Geschreis. Um Nichts. Um Dinge, die nichts dazu beitragen, dass Menschen sich mögen. Für ihn waren diese Fragen alles. Sie fand seine Sicht der Dinge bestürzend.
Durfte sie ihn deswegen nicht lieben? All die Hilflosigkeit steigt in ihr auf. Er war unnahbar. Belehrend. „Geh weg, geh weg. Du machst mich krank….“ Sie fühlt sich bedrückt.
Sie versucht sich auf die Frage zu konzentrieren. Ihre Gedanken hängen wieder an dieser letzten Nacht. Sie mussten früh aufstehen, viel zu früh. Sie erinnert sich an den letzten Kuss. Seine leuchtende Augen und wie er sie mit einer Leichtigkeit auf sich zog.
Es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass Tränen in ihre geschlossenen Augen treten: „Ich werde diese vertrauten Momente vermissen.“ Sie fühlt sich danach, die Decke, die ihren Oberkörper und ihre Beine bedecken über das Gesicht zu ziehen und sich zur Seite zu drehen. Sie will nicht darüber nachdenken, was ihr in Zukunft nicht mehr zustehen wird.
„Was tut Ihnen am meisten weh?“
Ihre Antwort ist keine, über die sie länger als eine Sekunde sinnieren müsste. „Es ist so schmerzhaft, dass er mich nicht in seinem Leben haben wollte. Ich wollte ihn so unbedingt in meinem.“
Vorhersehung
„But everything looks perfect from far away…“
Das laute Partygetöse drang noch an ihr Ohr, als sie die knarrenden Treppen hinaufstieg. Sie erinnerte sich an den Abend, als sie lange auf eben jener gesessen hatte und alles so perfekt schien. Natürlich hatte sie mich im Vorfeld dieses abends oftmals gefragt, wie sinnvoll es war an den Ort zurückzukehren. Wie sollte man da Abschied nehmen? Man sollte wahrscheinlich nicht.
Sie öffnete die schwere Glastür, ein Blick in das kleine Badezimmer, in dem sie ihre Zahnbürste nicht mehr vorfand. Das schmerzte einen kleinen Augenblick. Sie entschloss sich weiterzugehen, konnte bereits das große Zimmer erblicken. Es hatte sich nichts verändert. Nur ihre Zaghaftigkeit mit diesen Räumen war neu.
Sie öffnete die Tür rechts, ganz am Ende des Flures. Es fiel kein Licht durch das große Fenster, es war von jeher ein dunkler Raum. Sie musste tief durchatmen, sich selbst zureden jetzt bloß keine Träne zu vergießen oder auf sonstige Art und Weise schwach zu werden. Sie ging im Zimmer herum und verweilte vor den einzelnen Plätzen, die ihr so vertraut geworden waren.
Sie sah ihn vor sich am großen Schreibtisch sitzen und ihr dabei seine Welt erklären.
Seine Welt….
Stets hatte sie mit großen Augen zugehört. War ihm eine dankbare Plattform der Selbstdarstellung gewesen und hatte nicht gemerkt, dass seine großen Wortblasen leere Floskeln waren. Vom dritten großen Krieg hatte er gesprochen. Dabei alle gängigen Lebensarten verneint. Wozu sie denn nütze seien. Er wüsste was käme. Wüsste es nur zu gut. Sie muss kurz schnaufen. Es hätte an dieser Stelle ein ironisches Lächeln werden sollen. Nur Kopfschütteln kann sie heute diesen Worthülsen noch entgegenstellen. Und die Hoffnung, dass er irgendwann verstummen würde, wenn er realisiert, dass alle Zuschauer längst den Saal verlassen haben.
Sie sah ihn seine Wäsche schwungvoll in den Schrank werfen, dessen Tür immer geöffnet war. Sie sah das glückliche Paar auf seinem Bett. Kuschelnd, lachend, streitend. Sie roch ihn.
„Lassen sie den Schmerz zu“, hatte sie gesagt.
Aber es zulassen heißt, es erneut zu durchleben......
Intuition und Wahrheit
Im ersten Moment kam sie sich beinahe lächerlich dabei vor, ihm die Wahrheit an Hand eines Frauenromans zu erklären, der sie einst so beschäftigt hatte. Dennoch gab es nach ihrem Erkenntnisstand niemanden, der gleiches schon einmal derartig treffend formuliert hätte....
Die Geschichte ist schnell erzählt. Es handelt sich um eine Frau, die ihr Leben lang eine gewisse Intuition bezüglich einer Wahrheit verspürte. Doch man versicherte ihr wieder und wieder, dass sie sich täusche. Man zermürbte ihre Intuition. Letztlich war sie es jedoch, die sich im Recht befunden hatte. Immer richtig spürte. Die Frau verlor auf alle Zeit den Glauben an ihre Intuition.
Sie erzählte ihm in knappen Worten eben jene Geschichte, denn die Frau war sie.... Sie fühlte was er fühlte, konnte es förmlich spüren, jedoch nicht beweisen. Er definiert sich seine eigene Wahrheit, die wesentlich von der ihrigen abweichen konnte.
Seine simple Frage, ob sie auf einen Tee vorbei kommen möchte, hatte sie erneut in helle Aufregung versetzt. Wie unzählige Male davor, erzählte er ihr von seinen großen Zukunftsplänen. In denen sie keinen Platz habe. Er will Zeit für sich. Zeit großes zu tun. Ansehen tut er sie nicht. Nur ab und an blickt er geradezu herausfordernd über den Rand seiner Teetasse. Sie fühlt sich schwindlig.
„Mir geht es nicht gut. Ich glaube ich bekomme Fieber.“ Er reagiert nicht darauf. Freut er sich? „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“, sagt er schließlich und grinst boshaft. Sie nickt. Was soll sie auch sagen?
„Wir sehen uns morgen?“, fragt sie schließlich.
„Ich melde mich.“ Die Tür ist zu.
Sie weiß nicht, wie kann sie auch wissen? Doch das Wissen um dieses unbestätigte Gefühl zermürbt auch ihre Intuition. Wie kann sie sich selbst trauen?
"Wissen Sie", hört sie die Stimme der Frau, die so oft in der Lage war, ihr die Welt zu erklären, "jeder hat ein Recht darauf selbst zu entscheiden, was er preisgibt. Wenn er entscheidet, dass er Ihnen nicht zeigen möchte was er fühlt, dann können SIE das zehnmal fühlen. Und es wird nichts ändern. Es wird nichts ändern."
Sie hat eben jene Worte im Kopf, als sie ihn versucht mit einem festen Blick anzusehen. "Es geht nicht darum, was ich weiß. Es ist nicht von Bedeutung, was du vielleicht wirklich fühlst. Es wird so lange keinen Schritt in eine mögliche Richtung geben, bis meine Intuition nicht zu deiner gefühlten Wahrheit geworden ist."
Donnerstag, 27. November 2008
Die Luft, die Luft.....
Es sei mir vergeben.
Montag, 10. November 2008
"Wetten dass".... dies eine Show der Superlative ist?!

Kindheitsträume sind eine tolle Sache, nur irgendwann sollte man sich daran machen, sie auch zu erfüllen. Genau das tat ich am 08.11.2008 in der O2 Arena Berlin. An diesem schönen Orte wurde die allseits bekannte und auch von einigen Menschen geschätzte Unterhaltungssendung „Wetten dass...?!“ gedreht und gesendet. Ich war im Publikum live mit dabei.
Aller Anfang ist schwer……
„Wetten dass…?!“ schaue ich seit ich denken kann. (Immerhin gibt es die Sendung fast so lange wie mich) Thomas Gottschalk sprach in einer Sendung einmal von Kindern, die in Bademänteln gehüllt noch länger aufbleiben durften, um die „Wetten dass…?!“ live zu verfolgen. Ich war eins der Kinder. Und das schon immer. Auch für die obligatorischen Salzstangen hat meine Mutter stets gesorgt. Seit ich denken kann, empfinde ich auch eine gewisse Faszination für den gegenwärtigen Moderator dieser Sendung, von einigen verschrien, von mir auf jeden Fall geliebt.
Wie jedoch, und damit wären wir am Anfang meines Kindheitstraumes, kommt man an Karten für die beliebte Sendung?! Nun ja, das erweist sich als kein leichtes Unterfangen. Mitte Juni muss man sich für die entsprechende Stadt um Karten bewerben. So einfach mit „Ich will da hin“, ist nicht. Ich bin raffiniert und bewerbe mich gleich fünf Mal mit verschiedenen Namen der lieben Verwandten. Dann heißt es ausharren bis September, denn erst dann wird ausgelost. Mein elektronischer Briefkasten bleibt leer, auch in meinem echten: gähnendes Nichts. Der befreiende Anruf kommt schließlich von der lieben Mama, denn sie ist nun im stolzen Besitz für zwei Karten. Naja – fast. Vergeben werden sie erst vor Ort am angebenden Tag und: der Verkauf oder Übertrag ist strengstens verboten.
Ich sehe meinen Traum vom Besuch dahinseichen. Nach unzähligen Telefonaten, noch mehr Schriftverkehr mit dem zweiten deutschen Fernsehen und der lang ersehnten Vollmacht meiner Mutter für die Übertragung der Karten, kann ich wieder durchatmen.
Mitten drin, statt nur dabei….
Am Sendetag bin ich – ja, manch einer mag lachen – schon morgens nervös. Ich bin weder Wettkandidat (mir fehlte es bislang an der zündenden Idee) und schon gar kein Wettpate. Dennoch sieht man ja nicht alle Tage Pink, Frau Engelke oder den Jauch live. Siehste!
Noch schnell anhübschen und dann fix zum Schalter, an dem der Anfangsbuchstabe des Nachnamens prangt. Wir sind viel zu früh und so heißt es sich noch in etwa eine Stunde die Beine in den Bauch stehen und dabei Currywurst für satte 3 Euro und Sprite für lässige 4 Euro zu sich nehmen. Naja, die armen Leuts von O2 müssen ja auch irgendwie leben – versteh ich ja. Unterdessen kann man das sehr heterogene Publikum von „Wetten dass…?!“ beobachten. Hier gibt es junge Menschen, etwa in meinem Alter. Etwas ältere Menschen, etwa im Alter meiner Eltern und nicht zu vergessen: Rentner, ganz richtig, im Alter meiner Oma. Das nenne ich doch mal Familienfernsehen oder wie Gottschalk immer so schön sagt: generationenübergreifendes Fernsehen.
Morgen geht’s hier weiter…..
Dienstag, 4. November 2008
Seltsame Blogthemen.....und die dazugehörige Erklärung
Nun ja, ich gebe zu, die Themen die einem oftmals einfach so übergeholfen werden... sie sind nicht alle gleichermaßen interessant.....und deswegen kann ich mich auch ganz oft nicht überwinden das einfach alles so auswenig zu lernen...(blamabel, ich weiß...)
Wenn ich mich allerdings zwinge über all das halbwegs vernünftig zu bloggen, steigt die Chance, nein sie explodiert förmlich, dass etwas hängen bleibt.....
Also freut euch schon mal über kommende Ausführungen über deutsche Bildungsstandards, Dadaismus, Gottfried Benn, den Texttyp des Manifests, "Warten auf Godot" und viele andere Sachen....und drückt die Daumen, dass es hilft :-)
PS: Es könnte ja sogar sein, dass manche Themen sogar wirklich Interesse bei Einigen wecken ;-)